Museum fährt jetzt „oben ohne“

Das Museumsteam ist immer auf der Suche nach neuen Attraktionen und Anlässen, damit Besucher mal wieder auf der schönen Anlage im Salweytal vorbeizuschauen. Jetzt hat das Museum wieder etwas Neues. Zum ersten Mal fahren zwei Züge über die Bahnstrecke, denn das Museum hat nun eine Cabrio-Bahn.

Aus Schrott wird neue Bahn

Vor eineinhalb Jahren bekam das Museum von der Firma Thonet in Frankenberg eine Dampfmaschine (wir berichteten). Bei dieser Gelegenheit entdeckte Museums-Werkstattmitarbeiter Wolfgang Dudek alte Gleisanlagen und Fahrgestelle, bzw. Achsen von einer Kleinbahn, die in den Schrott sollten. Dudek entdeckte sofort das Potential, das dort lagerte: Das nehmen wir mit. Das können wir noch mal gebrauchen. Für Feldbahnfreunde sind die sehr wertvoll. Gesagt, getan und mit nach Eslohe genommen. Einiges habe ich noch vom Schrottwagen wieder runtergeholt. Der Schrotthändler war nicht so begeistert, schmunzelt er. Schnell entstand bei ihm die Idee ein paar neue topless Waggons zu bauen. In Eugen Lötters-Viehof, ebenfalls Mitarbeiter in der Museumswerkstatt, fand er sofort einen eifrigen Unterstützer. Nach ersten Plänen, packten alle Mitarbeiter der Werkstatt mit ins Rad.

Cabrio-Zug

So entstanden in den letzten Wintermonaten vier neue Waggons. Die alten Fahrgestelle wurden aufgearbeitet und passende Rahmen geschweißt. Das Ganze war recht kostengünstig, freut sich Dudek, der sich damit einen kleinen Traum erfüllte, denn viele Feldbahnen haben solche Cabrio-Züge. Unterstützt wurde das Projekt wie so oft von der Firma Ketten-Wulf, die Metallteile beisteuerte und häufig dem Museum Amtshilfe leistet. Die Firma Boese spendete die Lackierungen. Bei Franz Stratmann in Isingheim stand ein Wasserfass, das einst als Kuhtränke diente. Nun fährt es auf dem Museumgelände herum mit der Aufschrift: 1000 Liter Veltins. Was lag da näher als die Grevensteiner Brauerei um einen kleinen Obolus zu bitten. Nun wird der neue Zug erstmals bei den Dampftagen eingesetzt. Dafür musste alles vom TÜV abgenommen werden, denn die Sicherheit der Fahrgäste muss gewährleistet sein. Übrigens ist der TÜV für fliegende Bauten dafür zuständig. Vielleicht bauen wir im nächsten Winter weiter. Material haben wir noch genug, sinniert Dudek. Man darf gespannt was das Werkstattteam demnächst aus der Taufe hebt.


Der neue Zug bei der Probefahrt